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5. February 2006, 20:05 UhrMarius: Laut statistischem Ortsamt Bechenheim könnte eine Statistik über meinen Aufenthalt von 6 Monaten in Indonesien wie folgt aussehen:
Für mich ist dieses Blog hiermit beendet. Danke fürs Lesen!
Marius: Laut statistischem Ortsamt Bechenheim könnte eine Statistik über meinen Aufenthalt von 6 Monaten in Indonesien wie folgt aussehen:
Für mich ist dieses Blog hiermit beendet. Danke fürs Lesen!
Marius: Die Woche ist um, der Aufenthalt am VEDC auch. Vorbei.
Morgen um 14:30 geht für uns die Reise wieder los. Wir werden vom VEDC nach Surabaya verfrachtet. Abends um 18:10 geht dort unser Zug nach Bandung, dem “Paris Indonesiens”. Na da schaumer mal. Von Surabaya bis Bandung sind es ca. 14 Stunden Zugfahrt. Wir sind also Sonntags morgens um ca. 8 Uhr in Bandung. Dort bleiben wir bis Dienstag morgen. Am Dienstag um 14:10 geht unser Flug in Jakarta. Da es von Bandung nach Jakarta nur noch 2-3 Stunden sind, werden wir am Dienstag morgen früh aufstehen müssen, um uns nach Jakarta an den Flughafen kutschieren zu lassen. Nichtsdestotrotz wird die Reise durch den Zwischenstopp in Bandung deutlich angenehmer werden, als die Anreise, wo der ganze Trip nonstop über die Bühne gegangen ist. Also dann. Man sieht sich.
Marius: Was ist passiert? Gibts nedd: es ist schon der 20. Januar gewesen. Alles ist vorbei. Bald bin ich hoffentlich Ingenieur. Total bekloppt. Die Zeit ist ziemlich schnell vergangen (kann man sagen: verflogen?) in den letzten Wochen. Es gab jede Menge Stress während des Endspurts zur Thesis. Aber schlußendlich ist es geschafft. Nebenher gabs noch jede Menge anderes Zeug zu erledigen, z.B. einen Newsletter über unseren Aufenthalt hier am VEDC zu schreiben. Das ist inzwischen auch erledigt.
Heute war der Vortrag über das von Flo und mir bearbeitete Projekt des Motorprüfstands. Ich bin sehr zufrieden mit dem Verlauf des Vortrags, vor allem vor dem Hintergrund, dass er gestern Abend noch, zu später Stunde entstanden ist, dass keine Probe stattgefunden hat, dass ich das erste mal einen Vortrag in diesem Umfang vor so viel Leuten gehalten habe (20 Studenten, 10 Mitarbeiter) und dass das ganze auch noch auf englisch war. Aber es hat Spaß gemacht, und deshalb hats auch geklappt.
Sehr wichtig war allerdings auch, unser aller Zeug zu packen und in die Seefracht zu kriegen. Die Preise haben hier gewaltig geschwankt: zwischen 240 und 400 US-Dollar sollte ein Kubikmeter von hier nach Frankfurt kosten. Und das beim gleichen Anbieter, je nachdem wer angerufen hat. So ist das in Indonesien. Nila hat da scheinbar eine wohlklingendere Stimme am Telefon als Zaenal, und ist somit statt bei 400 auf 240 gelandet. Coole Sache. Also haben wir letztes WE mal alles Zeug zusammengepackt, und haben es verschifft. Jetzt muss es nur noch ankommen.
Des Weiteren waren wir am WE zu der Hochzeit von Nila’s Bruder eingeladen, die im traditionell javanischen Stil zelebriert wurde: jede Menge Leute empfangen (ca. 1000, bei ihrer Schwester warens es sogar 6000!), viel und gutes Essen bereitstellen und hoffen, dass es den Leuten gefällt. Man selbst steht als Brautpaar wie ein Ausstellungsstück für mehrere Stunden auf der Bühne, lässt sich die Hände schütteln und steht für Fotos bereit. Nila hat uns zu diesem Anlass extra feine Seidenbatik geliehen, somit waren wir also (nur zum Teil) bestens gerüstet. Die Turnschuhe und die Khakihosen machen sich allerdings nicht so gut. Naja, so ist das mit den deutschen Studenten. Das Essen war der Hammer. Es gab in jeder Ecke der Halle ein Stand aus einem bestimmten Land der Welt mit dessen jeweiliger Spezialität. Man konnte sich also quasi rund um die Welt essen. Nur ein Bierchen am deutschen Stand hat gefehlt… ![]()
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Nebenher gabs noch ein paar Kleinigkeiten zu bewundern, so z.B. eine Postkarte unserer chinesischen Praktikantenkollegin an ihre Familie. Das ist nicht gedruckt, sondern handschriftlich verfasst, in ca. 10 Minuten! Ach ja, und das große Viehzeug, das uns begegnet ist, darf man auch nicht vergessen zu erwähnen…
Die letzten Tage werde ich hier noch mit Aufräumen verbringen und der Abteilung, in der der Prüfstand steht, noch ein paar Takte zu dem Gerät sagen. Und ruck zuck ist auch diese Woche schon wieder vorbei und schon wird gefroren…
Heinz: Hallo allerseits! Ich glaube es ist an der Zeit einen ersten Eindruck von meinem Projekt zu vermitteln. Bisher hab ich ja keinem so richtig verraten was ich hier eigentlich mache, aber nun will ich es an den Tag legen. Hier ist er, mein Roboter, “Pinkey and the Brain.” In diesem Bild ist er noch nicht ganz fertig, wer genau hinschaut stellt fest, dass die Stossstange noch nicht festgeschraubt und aktiviert ist, aber sonst ist er mechanisch eigentlich fertig. Er kann auch schon selbsttändig in der Abteilung herumdüsen, mit vielem Gepiepse Hindernissen ausweichen und sich merken wo diese sind. Obenauf ist eine Zahlentastatur zur Eingabe, und P&B antwortet dann mit Text auf dem LCD oder mit ein paar Pfeiftönen aus seinem bescheidenen Wortschatz. Alles außer dem LCD und den zwei HC11F1 Platinen ist Marke Eigenbau a-la Heinz Geist.
Apropos HC11, daher hat der Roboter seinen Namen. Ich benutze ja zwei HC11en, weil einer nicht von der Rechenleistung und dem Speicher ausgereicht hatte. Nachdem ich nun zum X-ten Mal den falschen Code auf den falschen Prozessor geladen hatte hab ich Namen auf die Prozessoren geklebt und die beiden Entwicklungsordner auf meinem Laptop auch so genannt. Hmm, wir haben einen Master und einen Slave Prozessor. “Master und Slave” ist viel zu langweilig. Aus früheren Projekten hab ich die “main” Funktion immer “Brain” genannt, gut für den Master, und Pinkey lag dann auf der Hand! So ist Brain der Masterprozessor, zuständig für die Bahnplanung, Navigation, Ultraschall, Mensch-Maschine Schnittstelle, und Pinkey ist für die Linienerkennung, Linienfolgung, Drehzahlregelung und Motoransteuerung zuständig. Ach ja, und fürs Pfeifen!
Die tollen Antriebsräder sind zwar von mir entworfen, aber von der Dreherei des VEDC angefertigt worden. Mit einer Infrarot Sensorbank erkennt der Roboter die Fliesen auf dem Boden (oder vielmehr die Fugen) und kann sich an diesen orientieren. Hindernisse werden mit Ultraschall erkannt und in die Landkarte eingetragen.
Ein Paar kleinere Kinderkrankheiten hat er noch in der Software, aber ich hab ja noch ne ganze Woche um dran rumzucoden. Ich bin stolz darauf, gleich zwei HC11en parallel arbeiten zu lassen, und das in Assembler und in C-Code, wobei unser guter Herr Rückle mir doch mehrere male bezeugt hat, dass ich nicht in der Lage bin einen HC11 zu programmieren, ich hab ja schließlich in MIC ne Vier und bin in ESY durchgefallen… Schönen Gruss an Herrn Rückle
PS: Bevor jemand auf die Idee kommt zu fragen: Nein, die Krazer auf der Stossstange kommen nicht von Unfällen, den Fehler hab ich schon mit meinem Panzer gemacht, als er durch die Ytong Wand wollte.
Heinz: Moin allerseits! Jetzt sind wir schon fünf Monate hier, und gerade letzte Woche haben Marius und ich uns darüber unterhalten wie man sich doch relativ schnell and so zimlich alles gewöhnen kann. Aber dieses Land überrascht uns doch immer wieder mit, hierzulande selbstverständlichen, Kleinigkeiten. Am Freitag waren Marius und ich mit dem Feuerhobel unterwegs. Schon wieder auf dem Heimweg fängt das Moped an zu vibrieren. Das Vibrieren wird zum Eiern, und das Eiern wird zum heftigen Eiern. Nungut, anhalten und das Moped mal anschauen… Meine erste Reifenpanne! Ja, der Vorderreifen war Platt. Marius erinnerte sich an den Blog von unseren Vorgängern, die sich irgendwann mal Mopeds ausgeliehen hatten und ebenfalls einen Platten hatten. Sie hatten geschrieben, dass es hier an jeder Ecke einen “tambal pan” gibt (heist Wort-wörtlich “Reifenpanne”) wo man den Reifen billig flicken lassen kann. Wir haben einen vorbeifahrenden Kaki-Lima (Fünf-Füßler) gefragt ob er wüsste wo es einen solchen tambal pan denn gäbe. Er hat uns den Weg erklärt, und nach ca. 150m schieben waren wir auch schon da.
Auf den ersten Blick denkt man nicht an eine voll ausgestatte Motorrad Werkstatt. Das winzige Ständlein verkauft Zigaretten, Waschpulver, allerlei Getränke, etc. und die traditionelle Indonesische Gongmusik ist, wie immer, viel zu laut. Dort hocken dann fünf Orangs herum und machen anscheinend nichts… bis man mit einem Moped dahergeschoben kommt. Der Mechaniker hat den Platten gesehen und nimmt mir schon das Moped ab, rangschiert es auf dem Gehweg in Position, stellt es auf den Hauptständer, keilt ein Holzblock unter den Motor um das Vorderrad hochzuheben und hebt den Reifen mit drei geübten Handgriffen von der Felge. Dies alles innerhalb der ersten zwei Minuten. Nun kommt der Wassereimer ins Spiel. Von irgendwoher hat er einen Druckluftschlauch hervorgezaubert, dessen Ventil ein anderer Mechaniker bedienen musste. Ein bisschen Luft in den Schlauch und ab damit ins Wasser. Das Loch ist auch gleich gefunden… kein Nagel, keine Schraube im Mantel, das Ventil ist vom Schlauch abgerissen!
Eigentlich ein Wunder, dass sich der Luftdruck so gutmütig verabschiedet hatte! Nicht zu denken was passiert wäre, wenn wir zu zweit bei diesem Verkehr einen plötzlichen Platten gehabt hätten.
Nun gut, ich wunderte mich schon wo wir zu dieser Abendstunde noch einen neuen Schlauch finden würden. Aber Heinz, du armer naiiver Junge, wir sind in Indonesien! Warum denn einen neuen Schlauch kaufen, wenn man den alten doch noch reparieren kann? Der Chefmechaniker mit der abgeschnittenen Militär-Tarnhose lies sich durch das häßliche Loch des abgerissenen Ventils keine Sekunde lang verunsichern. Er hat das Loch einfach noch grösser geschnitten und hat dann in seinem Haufen kaputter Reifenschläuche nach einen Schlauch mit gutem Ventil gewühlt. Dieses hat er dann aus dem kaputten Schlauch herausgeschnitten und komplett in unseren Schlauch hineingeschmissen. Einfach rein damit. Marius und ich kucken uns ein bisschen verwirrt an, aber “lass den Mann mal machen” dachten wir uns. Nun schneidet der Mann einen Flicken aus dem kaputten Schlauch vom Haufen, ein bisschen grösser als das 2cm grosse Loch in unserem Schaluch. In seiner Werkzeugkiste aus Holz ist ein kleiner Behälter mit einer schwarzen, klebrigen Substanz. Nachdem die Kontaktflächen der Reparatur mit einer Handfeile aufgerauht wurden bepinselt er diese mit der Masse und pappt sie aufeinander. Nun kommt ein weiteres tolles Werkzeug ins spiel. Ein kleiner Ständer mit Gewindestange und Fuss gibt sowas wie ne Presse. In diese Spannt er dann das ganze ein und zündet irgendwas an. Diese Aperatur ist ein kleines Öfchen, mit dem unter Druck und Hitze der Vulkanisierungsprozess stattfinden kann. Nach einer kurzen Zeit (die der Mann anscheinend im Gefühl hat) haben wir nun einen geflickten Schlauch, aber ganz ohne Loch für das Ventil, welches immer noch im Inneren des Schlauches herumpurzelt. Dieses Ventil sucht er nun und richtet es unter der Flicke auf. Nun nimmt er einen Hammer und mit leichten geübten Schlägen auf die Spitze des Ventils stanzt er tatsächlich von Innen ein Loch in den Flicken! Das Ventil wird nun von innen durch das Loch gesteckt, und von aussen wird ein weiteres Stück Gummi mit Loch drübergestülpt. Das Ganze wird dann mit einer Mutter und einer Unterlegscheibe festgezogen und mit der Pressluft unter Druck gesetzt. Der Wassereimertest bezeugt die gute Arbeit. Was mir positiv aufgefallen ist, ist dass er jetzt trozdem nochmal den gesamten Schaluch auf weitere Verletzungen geprüft hat. Es gab keine, also wieder rein mit dem Schaluch, mit drei geübten Handgriffen sitzt auch der Reifen wieder auf der Felge, Druck drauf und fertig ist die Reparatur. Man bemerke, das Vorderrad hat während der gesamten Reparatur die Gabel nie verlassen!
Dieses Prozedere hat lediglich 20 Minuten in anspruch genommen. Während dieser Zeit kamen zwei andere Mopeds vorbei die keinen Spritt mehr hatten und hier einen Liter aus der Glasflasche gekauft hatten, ein weiteres Moped brauchte nur ein bisschen Luft, und ein Viertes hatte ebenfalls einen platten Hinterreifen.
Der Mann wollte 4000Rp von mir. 4000Rp, das sind 33 Cent! Wer macht denn heute noch für 33 Cent den Finger krumm, geschwiege denn flicke einen Schaluch in 20 minütiger Handarbeit? Naja, die Indonesier machen sowas. Nochmal zum vergleich, 4000Rp kostet ein Essen im Warung, will man noch einen Eistee trinken kostet das nochmal 1500Rp. Der Mechaniker hat also allein in der Zeit in der wir dort waren mit uns und seinen anderen Kunden mehr verdient als er an dem Tag essen wird. Ich hatte einen 5000Rp Schein in der Tasche und hab auf das Wechselgeld verzichtet. Es ist immer wieder schön zu sehen wie sich die Leute über 1000Rp, selbst über 500Rp Trinkgeld freuen. Sie lassen es sich aber nicht nehmen dir das Wechselgeld zurückzugeben. Man muss es nehmen, und dann wieder geben bevor sie es mit ehrlichem Lächeln behalten.
Mal auf deutsche Verhältnisse umgerechnet, würde ein Mechaniker für 3Euro (Preis eines Döners) 20 Minuten lang an deinem Motorrad Schrauben, und sich dann über 75Cent Trinkgeld freuen? Ich werde die einfache Zufriedenheit dieses Landes vermissen.
So, Marius und ich schwingen uns jetzt auf unseren frisch geflickten Feuerhobel und düsen mal ins Schwimmbad, denn die Sonne strahlt unerbittlich, die Luft is zu warm um in der Bude herumzuhocken, und ausserdem ist es einfach ein geiler Sommer-Sonntag-Nachmittag. (Sarah, mein Schatz, ich denk an dich wenn ich mir die Sonne auf das Fell brennen lasse :p
Marius: Gude. Hier ein paar kurze Infos über unsere Katze und ihr Heranwachsen. Der Babyplüsch, den man auf den ersten Fotos noch gut erkennen kann, ist weg, genauso wie die blauen Augen, denn die sind jetzt grün. Sie quengelt immer seltener bei Tisch (gelernt), kackt und pisst immer noch vor den Fernseher (nix gelernt, außer dass wir das nedd wollen, geändert wird aber nix dran, blöde Katze), holt sich inzwischen öfter mal ihr Futter von den Wänden (Geckos), aus dem Mülleimer (Hähnchenreste) und von der Wiese (Käfer) und wächst von Tag zu Tag (außer dem Schwanz, der bleibt asiatisch kurz). Richtig so.
Schließlich wird sie fast auf sich alleine gestellt sein, nach unserer Abreise. Momentan steht sie allerdings noch auf menschliche Nähe und Zuneigung, und befindet sich in einer Phase des “stark gestreichelt werden Wollens”. Wie das dann aussieht, erkennt man auf dem Schlitzaugenfoto, bzw. in dem Video, das erscheint, wenn man das Schlitzaugenfoto anklickt.
PS: Übrigens war auch Silvester laut des im Westen doch sehr verbreiteten, und weltweit offziell anerkannten gregorianischen Kalenders. Allerdings hätte ich es beinahe nicht gemerkt. Heinz und ich haben dann nach Dinner for one und ein paar Hütchen um 0 Uhr fröhlich ins neue Jahr trompetet. In diesem Sinne: Helau!
Marius: Also langsam komm ich mir komisch vor, irgendwie als würde ich mich zum Indonesier wandeln.
Ich versteh inzwischen inhaltlich immer mehr, wenn mir jemand was auf indonesisch erzählt, kann sogar antworten, und werde dabei auch verstanden. Unter Umständen führt das sogar zu einer Unterhaltung.
Ich kann nachts durchschlafen, obwohl um 4 Uhr wieder der Murzin seine Botschaften rumbrüllt.
Ich hab keinerlei Verdauungsprobleme mit 2x am Tag Reis. Nicht im allergeringsten.
Ich friere bei 28 Grad. Würde zwar nicht so weit gehen, zu sagen, es sei kalt, aber wer weiß wie es wäre, wenn ich keine langen Hosen und keinen Puli anhätte…
Was wird die Rückkehr so bitter werden. Der Winter wird mir eiskalt in die Fresse schlagen. Glühwein? Ahhhh… Glühwein!! (Wink mit dem Zaunpfahl: liebe Edith, könntest du mir bitte ne Warmhaltekanne mit Glühwein an den Flughafen mitbringen?)
Heinz: Selamat Baru Tahun! Als ersten Eintrag im neuen Jahr hab ich für Euch alle ein echtes Bon-Bon. Die meisten von Euch wissen ja schon, dass wir hier seit längerem mobil sind, und es ist auch schon länger in Planung eine Kamera auf das Motorrad zu montieren und ein paar Eindrücke von Malang auf Band zu bringen. Es ist vollbracht! Mit Marius am Schniedebrett und mir an der “Kameraführung” ist die kleine Exkursion glaub ich ganz nett geworden. Was dabei herausgekommen ist könnt Ihr über die gewohnten Wege in Erfahrung bringen. Gruß an den Ghostrider (Marius: Der soll sich mal hierher wagen und sich diesen Straßen- und Verkehrsverhältnissen stellen. Das ist mal ne echte Herausforderung.). Hier noch ein paar Eckdaten zu dem Feuerhobel:
Modell: Honda GL-100
Baujahr: 1982
Hubraum: 98cc (original)
Getriebe: 5 zickige Gänge
Leergewicht: ca. 80kg
Standard Tuning:
größere Zylinderlaufbuchse und Kolben = 104cc
Viel zu scharfe Nockenwelle und elektronische Zündung = Feuer aus dem Vergaser, miserables Standgas, geile Beschleunigung
Viel zu hohe Kompression = miserables Standgas, blaue Flecken am Kickstartbein, ewig viel Drehmoment
Viel zu großer Vergaser = miserables Standgas, Drehzahlgrenze ist gleich Schmerzgrenze der vibrierenden Geschlechtsorgane
Kleines Rizel, großes Kettenblatt = Einrädrige Ampelstarts, guter Bums beim Überholen, miserable Endgeschwindigkeit
Geschätzte Leistung: ca. 620 PS bei 27300 U/min
Geschätzte Engeschwindigkeit: ca. 7 km/h
Zu den weiteren modifikationen gehören unter anderem ein retro-ovaler Scheinwerfer und Aussenspiegel in denen man nichts sieht, sich die Augen aber dran ausstechen kann. Ausserdem Blinker, Sitzbank, eine einstellbare luftgefederte Frontgabel, hintere Stoßdämpfer, Speichenfelgen und Bremsanlage von diversen neueren GL-100 Modellen. Aus dem Auspuff scheint alles was mal drinne gewesen war auf mysteriöser Weise rausgefallen zu sein. Das größte Highlight sind die Jakarta Nummernschilder, zugelassen bis 2009! Alles in allem ist unsere “Little Honda” schon ein richtig geiler kleiner Cityflitzer geworden!
So, hier ist nun das Video: GiM.mov
In diesem Sinne, Hati-hati di jalan
Marius: Es gibt ein kleines, neues Feature auf unserer Seite: Am rechten Rand, direkt unter dem Suchfeld, befindet sich ab sofort ein Zähler, der die verbleibenden Tage bis zum 20.01.2006 anzeigt, dem Tag der Wahrheit, dem Tag, an dem unsere Arbeit am VEDC offiziell beendet ist, und die Bachelorthesis eingereicht werden muss. Ich weiß nicht, wie bei den anderen Mechatronikern die Frist liegt, allerdings wird sich das vermutlich in einem ähnlichen Zeitraum bewegen, und ich hoffe nun, ihr fühlt euch jetzt alle noch mehr gestresst
Die Liste der technischen Defekte (glücklicherweise nicht die der menschlichen Defekte) wird wieder mal länger:
Wie ich, so kommt auch mein Powerbook so langsam in die Jahre. Im reifen Alter von knapp über 3 Jahren hat sich Anfang der Woche eine Spalte Subpixel festgesteckt. Sie sind nun dauernd an, was dazu führt, dass ich z.B. auf schwarzen Farben einen tollen, roten Streifen im Display habe. Bei weiß sieht man natürlich nix, aber ohne Kontrast kann man halt nicht leben. Shit. Ich hoffe nur, dass keine Folgeschäden auftreten und sich mit ihnen das Problem verschlimmert. Bisher kann ich gut damit leben.
Desweiteren hat Kosta’s USB-Stick nach kurzem Schluckauf nun endgültig die Funktion verweigert. Irgendwie geht mit dem Ding garnix mehr. Bald ist alles kaputt, was wir dabei hatten. Genauso, wie mein Ladeadapter am Handy, der zerbrochen ist, und nun ein wenig unhandlich zu handhaben ist….
Zuguterletzt wollte ich noch ein paar Fotos von meinen diletantisch zusammengebauten Schaltschränkchen (Leistungsschrank, Messtechnikschrank) veröffentlichen, und mitteilen, dass der Motor immer noch nicht läuft, inzwischen aber alle wichtigen Chefs bescheid wissen, und sich scheinbar auch darum kümmern.
Ich hoffe, nächste Woche wird das Ding in Betrieb gehen können. Es wäre schon schade, wenn ich nicht mehr dazu kommen würde, nur weil eine Abteilung hier, der der Prüfstand am Ende auch noch gehören soll, nicht das tut, was man von ihr erwartet. Für jeden anderen, der den Prüfstand nach meiner Abreise in Betrieb nehmen will, heißt es,
sich in meine Unterlagen einzuarbeiten und sich eine Überblick zu verschaffen. Alles unnötig kompliziert. Wenn ich es jetzt machen könnte, würde es wesentlich schneller gehen. Außerdem will ich selbst mal am PWM-Sollwerträdchen drehen
PS: stoffi, starke Leistung (im wahrsten Sinne des Wortes, ne?). Ich glaube, du bist ein “roiner Kostenfaktor” für die Akasol.
Marius: Heinz und ich hatten ja letzte Woche beide Geburtstag, und anlässlich des Vierteljahrhunderts, das die Welt uns nun schon ertragen muss (oder umgekehrt), haben wir uns am Freitag Abend in kleiner Runde in einem schönen Restaurant zusammengefunden (die Deutschen unpünktlich, die Indonesier nicht) und haben es uns dort in kulinarischer Hinsicht gut gehen lassen.![]()
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Doch das sollte nicht der einzige kulinarische und gesellschaftliche Höhepunkt dieser Woche gewesen sein, denn an Heiligabend wartete der nächste Bringer: Original Schwarzbrot aus Deutschland, eingeschickt von Heinz’ Mutter in Form einer Backmischung, dazu Leberwurst, Bitburger und Gurken, alles schön auf dem Wohnzimmertisch trapiert. Der Hammer. Einfach unglaublich, was für ein Festmahl. Dafür wird der Rennlöwe von mir sehr gelobt
Alles in allem haben wir sehr beschauliche Geburts- und Weihnachtstage verlebt.